PAUL, HOLLY, CAT AND ME

VIDEOARBEIT , 2010


RUNDGANG DER HOCHSCHULE FÜR
GRAFIK UND BUCHKUNST,
LEIPZIG

11.02.10-14.02.10


 

 

PAUL, HOLLY, CAT AND ME beschäftigt sich mit Selbstverwirklichung und Konvention, mit
Freiheitsdrang und Rücksichtslosigkeit, mit der Gefahr und dem Reiz, blind in eine Richtung
zu laufen, einfach nur, um irgendwann sagen zu können, es getan zu haben.
In einer vor Selbstveröffentlichung strotzenden Gesellschaft schließe ich mich dieser Tatsache
an, und veröffentliche intimes, stelle es nach und codiere es wieder.

 

In einer persönlichen Krise, in der man auf sich selbst zurückgeworfen wird, fällt es oft
schwer zu sagen, welche Richtung des Lebensweges die Richtige ist. Eine innere Unsicherheit,
eine subjektivierte Ambivalent stellt sich ein – die Verunsicherung durch idealistische Stand-
punkte und träumerische Lebensentwürfe tun ihr Übriges.

 

Die Arbeit PAUL, HOLLY, CAT AND ME entstand in einer solchen persönlichen Krise. Ich war
hin- und hergerissen und unfähig eine konkrete endgültige Entscheidung zu treffen. Ich hatte
das Gefühl nicht zu wissen, wer ich bin. Ein inneres Fremdsein stellte sich durch die
Verunsicherung mich selbst nicht mehr zu kennen.

 

Eine Szene des Films „Breakfast at Tiffany‘s“ von 1961 führte mir meine eigene Situation mit der
gleichen Problematik vor Augen. Ein Mensch liebt einen anderen, der andere jedoch will sich
weiterentwickeln und gesteht sich seine „wahren“ Gefühle nicht ein. Was im Spielfilm zwei
Charaktere sind, war in meiner Situation nur ich alleine.

 

In der Videoarbeit bin daher ausschließlich isch selbst zu sehen, mit mir selbst im Dialog. Ich
übertrage die original Soundspur des Films in meine Realität und reenacte die Szene, mach
mir die ausformulierten Standpunkte der Charaktere zu eigen.

 

Die Intimität der Problematik verdeutliche ich durch das Fehlen von Kleidung,
welches auch immer, verdecken und schützen soll. Hier nicht. Die Arbeit wurde zum Ersten
mal in der Reihe mit dem Thema „Öffentlichkeit“ in der HGB gezeigt.